CDU Lüchow-Dannenberg

Besuch von MdB Vanessa Zobel auf der Biogasanlage Hitzacker

Fachlicher Austausch zu EEG-Rahmenbedingungen und Zukunft der regionalen Energieversorgung

Auf Einladung von Naturenergie Hitzacker und auf Ankündigung von Christof Goebel war die CDU-Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel zu Gast auf der Biogasanlage in Hitzacker. Frau Zobel ist Mitglied des Deutschen Bundestages sowie des Ausschusses für Wirtschaft und Energie. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein intensives und fachlich sehr fundiertes Gespräch über die aktuellen und zukünftigen Ausschreibungs- und Rahmenbedingungen des novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Biogasanlagen.

Der Austausch zeigte deutlich, dass Frau Zobel inhaltlich tief im Thema verankert ist, die Herausforderungen der Biogasbranche realistisch einordnet und sich engagiert für praxisnahe Verbesserungen der politischen Rahmenbedingungen einsetzt.

Regionale Energieversorgung seit 2011

Die Biogasanlage in Hitzacker wird seit 2011 als Zusammenschluss von elf Landwirten betrieben. Neben der flexiblen Erzeugung von erneuerbarem Strom versorgt ein angeschlossenes Nahwärmenetz unter anderem Schulen, Sporthallen, das Freibad, Hitzacker-Dorf sowie zahlreiche Haushalte zuverlässig mit Wärme. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur regionalen Daseinsvorsorge und zur Energiewende vor Ort.

Mit Blick auf das Auslaufen der EEG-Förderung im Jahr 2031 stehen Betreiber und Wärmekunden jedoch vor großen Planungs- und Investitionsfragen. Viele angeschlossene Haushalte und öffentliche Einrichtungen fragen bereits heute, ob sie auch über 2031 hinaus mit einer sicheren Wärmeversorgung rechnen können.

Zentrale Themen des Gesprächs

Maisdeckel
Die grundsätzliche Zielsetzung des Maisdeckels ist bekannt und nachvollziehbar. In der Praxis führen die neuen Ausschreibungsbedingungen jedoch zu erheblichen Problemen für gewachsene Anlagenstrukturen. Während bislang ein Maisanteil von bis zu 70 % zulässig war, wurde dieser in den neuen Bedingungen auf 25 % abgesenkt. Diese starre pauschale Begrenzung nimmt den Anlagen wichtige betriebliche Flexibilität, ohne einen zusätzlichen Umweltvorteil zu schaffen. Gleichzeitig sind alternative Substrate wie Gülle regional nur begrenzt verfügbar, während der Maisanbau bereits heute durch Dünge-, Umwelt- und Agrarrecht stark reguliert ist.

Vergütungsbegrenzung im EEG
Im aktuellen EEG-Gesetzestext besteht für Biogasanlagen im zweiten Vergütungszeitraum ein gravierender Widerspruch: Anlagen, die ihren Strom marktnah, flexibel und systemdienlich erzeugen, werden finanziell schlechter gestellt als weniger flexible Anlagen. Aus Sicht der Betreiber besteht hier dringender Korrekturbedarf, um faire und marktgerechte Vergütungen sicherzustellen.

Viertelstunden-Taktung
Die neuen, sehr starren Vorgaben zur Stromerzeugung im Viertelstundentakt sind für wärmegeführte Anlagen kaum praktikabel. Wärme lässt sich nicht beliebig an- und abschalten. Notwendig sind praxistaugliche Regelungen, die sowohl die Anforderungen des Strommarktes als auch eine kontinuierliche Wärmeversorgung berücksichtigen.

Dezentrale Strukturen stärken

Ein übergeordneter Punkt des Gesprächs war die Bedeutung kleinstrukturierter, regionaler Strom- und Wärmeerzeugung. Dezentrale Anlagen gelten als besonders resilient, reagieren schneller auf Störungen und tragen wesentlich zur Stabilisierung des Gesamtsystems bei. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Belastungen zentraler Infrastrukturen sollte dieser Aspekt stärker in den politischen Fokus rücken.

Klare Botschaft aus Hitzacker

Das Anliegen der Betreiber ist keine Sonderbehandlung, sondern verlässliche, realistische und umsetzbare Rahmenbedingungen. Nur so können bestehende Biogasanlagen mit angeschlossenen Wärmenetzen weiterbetrieben, modernisiert und langfristig für die Region gesichert werden – zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

Am Termin nahmen teil (v. l. n. r.): Sven Harder (Anlagenfahrer Naturenergie Hitzacker), Horst Seide (Biogasanlagenbetreiber und Ehrenpräsident Fachverband Biogas), Christian Carmienke (CDU-Kreisvorsitzender Lüchow-Dannenberg), Vanessa Zobel MdB, Christof Goebel (Geschäftsführer Naturenergie Hitzacker), Lotte Fürch (stellv. Geschäftsführerin Naturenergie Hitzacker) sowie Dietmar Goebel (Maislieferant und CDU-Kreistagsmitglied).